Ökostrom: Probleme bei der Kennzeichnung
abgelegt im Archiv Gut leben am 16.04.09

© tauben
Ökostrom - das steht für ein reines Gewissen, für "Atomkraft nein Danke" und für ein Umdenken in punkto Energiepolitik. Ach wirklich? Offensichtlich scheinen sich einige "schwarze Schafe" unter die Anbieter für sauberen Strom gemischt zu haben, wie nun die Süddeutsche Zeitung herausgefunden hat. Dabei beruft sich die Zeitung auf Greenpeace und schreibt:
Wie die Umweltschutzorganisation am Montag unter Berufung auf eine Studie mitteilte, beruhen viele Ökostrom-Geschäftsmodelle der Energiekonzerne nur auf einem Handel mit sogenannten RECS-Ökostrom-Zertifikaten. Dabei kauft ein Stromunternehmen zum Beispiel in Skandinavien billige Zertifikate für Strom aus Wasserkraft, nicht jedoch den Strom selbst. In Deutschland werde dann der konventionelle Strom mit den Zertifikaten zu Öko-Strom umdeklariert, heißt es in dem papier.
Das Prinzip nennt sich Greenwashing und vor allem der "Pro Klima"-Tarif der RWE scheint dieser Unsitte zu folgen. Mehr Ross und Reiter werden in dem Artikel nicht genannt doch generell ist zu empfehlen, genau auf die Zusammensetzung des Stroms zu achten. Denn nicht überall wo "öko" draufsteht ist letztlich auch öko drin!

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Permalink: Ökostrom: Probleme bei der Kennzeichnung
Tags: Strom Öko Greenpeace RWE Mogelpackung Energie Atomkraft Wind Solar
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Kommentar von:
JanSchoenmakers
(12.05.09 10:29 Uhr)
Schade, dass der Artikel so oberflächlich ist. Sowohl in der Studie als auch hier werden eigentlich nur altbekannte Geschichten aufgewärmt: Die Grünfärberei mittels RECS (die übrigens weitaus mehr als nur die RWE betreiben...da schaue man doch mal genau hin!) war bereits Anfang 2008 großes Thema. Es gäbe über Ökostrom im Kontext "Transparenz"/"Verbraucherinformation" deutlich mehr und Interessanteres zu berichten: z.B. "Was für verschiedene TÜV-Zertifikate gibt es", "wie unterscheiden sich die verschiedenen Labels", welche Nachweise des Umweltnutzens (z.B. Förderung erneuerbarer Energien etc.) erwartet man, etc.
Kommentar von:
guddi
(09.09.09 11:55 Uhr)
Das Thema Ökostrom ist deutlich komplexer, als der Artikel vermuten läßt. Nicht nur die bereits von JanSchoenmakers erwähnte Transparenz fehlt, auch reicht es nicht aus, sich nur mit der Zusammensetzung des Stroms zu beschäftigen. Was hilft es der Umwelt, wenn ein verbraucher Ökostrom aus einem alten Wasserkraftwerk bezieht und der Stromerzeuger dafür weniger Ökostrom in seinem normalen Stommix bereitstellt sowie munter weiter Kohlekraftwerke baut.
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