
Der größte deutsche und europäische discounter Aldi verkauft Textilschnäppchen zu einem hohen Preis: In seiner heute erschienenen Studie "All die schönen Schnäppchen – nur recht und billig? Arbeitsbedingungen bei Aldi-Zulieferern in China und Indonesien" weist das SÜDWIND-Institut nach, dass bei Aldi-Zulieferern Arbeitsrechte in bisher kaum bekannten Ausmaß verletzt werden.
Aldi hat bereits auf die Vorwürfe reagiert. Es ist "uns selbstverständlich ein wichtiges Anliegen, dass die Produktion von Waren unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen erfolgt", behauptet die Einkaufsabteilung in einem Brief an Südwind. Zugleich schiebt das Unternehmen die Verantwortung auf die Zulieferer: "Wir arbeiten hier im Vertrauen auf die Geschäftspraktiken unserer Partner." Aldi hat etwa zehn Textil-Importeure.
Ziel der Südwind-Studie ist nicht, dass Aldi seine Beziehungen zu den Lieferbetrieben kappt, um so aus der Schusslinie zu kommen. "Ziel muss es sein, dass Aldi sich verbindlich auf einen Verhaltenskodex festlegt, menschenwürdige Arbeitsbedingungen in seinen Zulieferfabriken zu verlangen", fordert ver.di-Vizechefin Margret Mönig-Raane im Vorwort der Broschüre. Das werden die Aldi-Besitzer Karl und Theo Albrecht, die mit 30 Milliarden Euro Vermögen die reichsten Männer Deutschlands sind, nicht ohne öffentlichen Druck tun. Deshalb plant SÜDWIND zusammen mit der Kampagne für Saubere Kleidung in den kommenden Monaten öffentliche Aktionen, wie sie schon im Falle von Tchibo zu ersten Erfolgen geführt haben.