atmosfair reisen: Ablasshandel für Klimasünder?
abgelegt im Archiv Gut reisen am 18.02.07
Der Flugverkehr trägt weltweit bis zu 10 Prozent zum durch Menschen verursachten Treibhauseffekt bei. Insofern finde ich es schon ein bisschen sehr erstaunlich, dass in den vergangenen Wochen der hitzigen Debatten zum Klimawandel niemals ernsthaft diese Forderung gestellt wurde: Wer meint, auf die nachweislich klimaschädlichste Art der Fortbewegung partout nicht verzichten zu können, der sollte auch angemessen dafür bezahlen.
Ich verstehe ehrlich nicht, warum der Flugverkehr immer ungeschoren davonkommt. Erst im letzten Jahr ist ja bekanntlich die Bahn beim europäischen Gerichtshof mit einer Klage gescheitert, mit der sie die steuerliche Gleichbehandlung von Bahn- und Fluggesellschaften erreichen wollte. Nix war's, nach wie vor grüßt der Flieger die Sonne kerosinsteuerbefreit. Wie wär's stattdessen wenigstens mal mit einem Klima-Aufschlag auf jedes Flugticket?
Bis es da zu einer politischen Lösung kommt, setzen die Klimaschützer auf Freiwilligkeit. Zum Beispiel mit dem Projekt "atmosfair", entstanden 2003 als Gemeinschaftsinitiative des Reiseveranstalterverbandes forum anders reisen und der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch.
Anhand des Emissionsrechners auf der Webseite von atmosfair können Flugreisende berechnen, wie stark eine geplante Flugreise das Klima belastet. Der einfache Flug München - Bangkok zum Beispiel schlägt mit 3.180 kg CO2 zu Buche (Vergleichswert: das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen beträgt 3.000 kg). Parallel errechnet atmosfair diejenige Summe, mit der der Flugpassagier ein Klimaschutzprojekt unterstützen müsste, um seine negative Klimabilanz wieder auszugleichen. Für das genannte Beispiel wären das 128 Euro, bei Hin- und Rückflug für zwei Personen also 512 Euro. Schlecht für die Reisekasse, aber gut für Umwelt und zwickendes Gewissen. Klar sollte einem aber dennoch sein, dass es sich auch bei dieser Form des "atmosfairen" Reisens bestenfalls um Schadensbegrenzung handeln kann. Fakt ist: Wer fliegt, schadet der Umwelt. Und im Schwarzwald und an der Ostsee soll es ja auch ganz schön sein - vielleicht einfach mal ausprobieren?

Tags: CO2 Flug Flugreisen Klima Klimaschutz atmosfair billigflug Abgabe
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Kommentar von:
W.Crössmann
(02.03.07 13:40 Uhr)
unser Klima geht den Bach runter,das kann man nur mit stark reduzierten CO2 Ausstössen verhindern,Geld hilft nur lindern,wir dürfen nicht weitermachen wie bisher und uns mit Spenden einlullen lassen,der Luftraum der Erde ist einfach begrenzt!!
Kommentar von:
kilian
(19.03.07 3:05 Uhr)
genau. fliegen ist doof.
mache seit jahren regional-urlaub.
aber womit man ganz enorm klimabelastung mindern kann, ist der eigene konsum. und zwar konsequent.
tierhaltungen belasten das klima stärker als der autoverkehr.
und sind wir umweltschützer damit wir sagen, das ist sowieso unrealistisch? :)
in diesem sinne: go vegan :)
mache seit jahren regional-urlaub.
aber womit man ganz enorm klimabelastung mindern kann, ist der eigene konsum. und zwar konsequent.
tierhaltungen belasten das klima stärker als der autoverkehr.
und sind wir umweltschützer damit wir sagen, das ist sowieso unrealistisch? :)
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