Ausbeutung in der Bio -Branche?

Ausbeutung in der Bio -Branche?

Bio ist nicht nur lecker, Bio sorgt in den meisten Fällen auch für ein reines Gewissen. Doch neben der Reinheit der angebotenen Waren spielt auch die Art und Weise, wie mit den Angestellten umgegangen wird eine entscheidende Rolle im ökologischen oder (weiter gefasst) ethischen Image eines Unternehmens. Und genau da scheint es erhebliche Defizite zu geben.

Das berichtet zumindest der "Spiegel" in seiner Online-Ausgabe und spricht gar von einem Aufstand der Ã-ko -Sklaven. Harsche Worte, die unter anderem mit dem branchenweiten Trend zu 400 Euro Jobs zu tun haben.

Dazu kommt, dass im Bio -Bereich ebenso ein Preiskampf herrscht wie in der hekömmlichen Lebensmittelbranche was zu einem durchschnittlichen Stundenlohn zwischen sieben und acht Euro führt.

Das ist wahrlich nicht viel aber branchenüblich. Wohlgemerkt: der Tariflohn beträgt eigentlich zwölf Euro doch selbst für Fachkräfte ist dies nicht annähernd drin.

So behilft sich die Branche mit ungelernten Hilfsarbeitern, Studenten und Teilzeitkräften und umgeht damit die geltenden Tarife. Ein Trend, der möglichst irgendwann gestoppt werden sollte – allein schon, um weiter guten Gewissens "bio" einkaufen zu können.


Foto Quelle happymealy

2 comments.

  1. Das klingt gar nicht gut und ist leider fast überall so üblich. In vielen Läden, in denen ich einkaufe, ist der Hauptteil der Beschäftigten Studenten und Aushilfen. Auch meine Tochte hat während Ihres Studiums im Bioladen gearbeitet. Da macht man Werbung mit ökologisch einwandfreien Produkten (oft sogar steigt man auf die fair-trade-Schiene auf) und beutet aber seine eigenen Mitarbeiter aus. Aber in der Biobranche ist sowieso nicht alles Gold, was glänzt. Bin da ja aus Interesse viel im Internet unterwegs. Habe auch auf anderen Seiten einiges Interessantes gelesen, was mich immer vorsichtiger werden lässt. Falls es jemanden interessiert: http://blog.marktjagd.de/allgemein/etiketten-schwindel-bei-bio-kosmetik/ oder http://www.bionachrichten.de/archiv/Bionachrichten_014_small.pdf Seite 8. Ich freuen mich über jeden neuen Artikel!

  2. Zunächst möchte ich einmal folgendes sagen.

    Wer sich selbständig macht bzw. ist, der weiss, wieviel Kosten ein Geschäft verursacht. Abgesehen von der Arbeit und Mühe, dass es verursacht.

    Besonders kleine Geschäfte, die mit anfänglichen Investitionskosten z.B. in Höhe von 50.000 EUR starten, haben am Anfang ihres Unternehmens noch gar keinen Gewinn, da sie noch keinen Umsatz haben und noch nicht bekannt sind.
    Es müssen Kühlregale, Regale, Kassen, Waren gekauft werden und dies kostet sehr viel Geld. Dann kommen Versicherungsbeiträge, die Waagen müssen geeicht werden, der Feuerlöscher muss überwacht werden usw. Hat man ein EC-Gerät, dann kostet das mind. 60 EUR monatlich. Etikettierrollen für Auszeichnungsgeräte kosten sehr viel. Z.B. für 1000 Rollen zahlt man mind. 150 EUR. Die halten ca. 4 Monate. Papiertüten kosten. Auch für das gratis angebotene Heft Schrot & Korn muss ein Geschäftsinhaber bezahlen. Werbung kostet Geld. Geschäftsmiete inkl. Nebenkosten fallen jeden Monat an.
    Von dem Umsatz, den ein Kunde tätigt, muss das Unternehmen an das Finanzamt Umsatzsteuer zahlen. Lediglich von der Gewinnspanne, die im Lebensmittelbereich nicht sehr hoch ist, verglichen mit anderen Bereichen, müssen alle Kosten beglichen werden.
    Dann fällt Unternehmerlohn an, da man die Arbeit nicht mehr alleine schafft und nach über 14 Stunden körperlicher Arbeit einfach hundemüde ist, benötigt man Mitarbeiter. Dann fallen Löhne mit Versicherungsleistungen an. Und wenn der Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfällt, muss der Lohn weitergezahlt werden. Aber für die Zeit muss ein neuer Mitarbeiter erst eingelernt werden. Dann folgen Pflichtbeiträge an die Berufsgenossenschaft, die abhängig von der gezahlten Lohnsumme ist. All diese Kosten müssen zunächst verdient (erwirtschaftet) werden.

    Hinzu kommt, dass in Deutschland der Verbraucher zuerst auf den Preis schaut und nicht auf die Qualität. Dagegen schaut der Verbraucher in Frankreich zuerst auf die Qualität und dann auf den Preis.
    All das muss berücksichtigt werden.

    Was ich persönlich nicht korrekt finde, ist, wenn ein Unternehmen viel Gewinn macht (nach Abzug von Rücklagen, denn ein Kühlregal kann auch einmal kaputt gehen) und seinen Mitarbeitern keinen entsprechenden Lohn zahlt.

    Es muss aber auch berücksichtigt werden, dass die Umsätze zurückgehen könnten, man aber an Arbeitsverträge gebunden ist.

    Vielleicht sollte man sich das einmal durch den Kopf gehenlassen.

    Grüsse von Michael

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