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"Ballermann war besser": Mallorca leidet unter dem neuen "Qualitätstourismus"

abgelegt im Archiv Gut reisen am 08.04.07

"Ballermann war besser": Mallorca leidet unter dem neuen "Qualitätstourismus"
ballermann, Betonburgen, Billigtourismus: Von diesem Negativimage will Mallorca weg, hin zum umweltverträglicheren, hochwertigen und teuren Qualitätstourismus auf einer grünen, behüteten Insel. 50.000 Menschen haben kürzlich gegen den Massentourismus auf Mallorca demonstriert. Aber ist der Qualitätstourismus tatsächlich verträglicher als der Massentourismus? Dieser Frage geht ein auf langjährigen Studien basierender Artikel in der aktuellen Sonderausgabe des Wissenschaftsmagazins der Ruhr-Universität Bochum nach.

Unter ökologischen Aspekten war der pure Massentourismus aufgrund seiner räumlichen Beschränkung eindeutig umweltverträglicher als das mallorquinische Modell des Qualitätstourismus, das landschaftlich und ökologisch zerstörerisch wirkt und daher auch ein enormes ökonomisches Schadenspotenzial in sich birgt.

Der Vergleich von Luftbildern aus den 1960er, den 1990er Jahren und 2004 macht auf einen Blick deutlich: Wo ursprünglich Wälder, Steilküsten, Garrigue (Strauchheiden) und Macchie (Gebüschformationen) zu finden waren, reihen sich heute die Zweitwohnsitze mit ihren zahllosen Swimmingpools und machen sich Golfplätze breit. Das bedeutet nicht nur den Verlust ursprünglicher Biotoptypen als Lebensraum und Erholungswert - auch für Touristen -, sondern auch einen Ausverkauf der Insel. In einigen Gemeinden beträgt der Anteil der Zweitwohnsitze über 60 Prozent. Darüber hinaus kämpft Mallorca seit Jahren mit einem ernsten Wasserproblem.

Wo jeder Ferienhausbesitzer seinen Rasen bewässert und seinen eigenen Pool füllt, wo Golfplätze satt grün sein sollen, steigt der Wasserverbrauch: Während viele der ländlichen Gemeinden nur einen Pro-Kopf-Verbrauch von weit weniger als 100 l Wasser pro Tag verzeichnen, beläuft sich der Konsum in zahlreichen touristischen Gemeinden auf mehr als 250 l pro Kopf und Tag, gelegentlich sogar über 400 l. Der tägliche Wasserbedarf eines Golfplatzes von bis zu 2000 cbm entspricht dem Tagesverbrauch eines Ortes mit ca. 8000 Einwohnern.



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Tags: Mallorca  Massentourismus  Tourismus  Geowissenschaften  RUB  Qualitätstourismus  Wasserverbrauch 

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