
Also, ich mag ja gute Neuigkeiten. Ihr auch? Dann kommen hier gleich ein paar davon: Satte 16% Wachstum lautet die Erfolgsbilanz des deutschen Bio-Markts für das Jahr 2006. Mit einem Umsatzvolumen von 4,5 Milliarden Euro stellt Deutschland mit einem Anteil von 27 Prozent den stärksten Bio-Markt innerhalb der EU. Und das Marktpotenzial ist noch längst nicht ausgereizt: Auch für die kommenden Jahre sagen Branchenorakel – äh, -Experten natürlich – unvermindertes Bio-Boomen vorher.
Aber hier kommt sie schon, die Kehrseite der Medaille: Sowohl die Zahl der Bio-bauern als auch die ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche hinkt dem Branchenwachstum hinterher. Die Zahl der an einen Anbauverband gebundenen Betriebe stieg 2006 lediglich um 0,4 Prozent auf 9.645 Betriebe, berichtet der Bund Ã-kologische Lebensmittelwirtschaft (BÃ-LW). Die Fläche von Bio-Verbandsbetrieben sei um 2,8 Prozent auf 562.792 ha gestiegen.
Deutschland braucht also mehr Bauern, die die Zukunftschancen des Markts erkennen – und zwar möglichst schnell. Denn der Umstieg von konventioneller auf ökologische Erzeugung geht ja nicht so hoppladihopp und von heute auf morgen vor sich, was auch "Bioland"-Präsident Thomas Dosch bestätigt:
Wenn ein Landwirt etwa seine Schweine- oder Rindermast auf organisch-biologische Wirtschaftsweise umstellt, kann er frühestens nach zwei Jahren Fleisch mit Bio-Siegel liefern.
Hört die Signale, möchte man da händeringend skandieren. Denn als Folge der Diskrepanz zwischen Nachfrage und heimischem Angebot könnte sich schnell das Globalisierungskarussell auch für die Bio-Branche in Gang setzen: Bio-Produkte als Massen-Importe, sinkende Qualitäts- und Kontrollstandards, regionale Erzeuger können dem Preisdruck nicht mehr standhalten und geraten ins Hintertreffen … Der Bio-Gedanke derart ad absurdum geführt? Bitte nicht.
Apropo “artgerechte Tierhaltung”:
http://www.fellbeisser.info/portal/video-artgerechte-ungerechtigkeit
Posted by Waldknoblauch on März 5th, 2007.