Biomarkt: Gutmenschen versus Hedonisten?

Biomarkt: Gutmenschen versus Hedonisten?
© Johann-Nikolaus Andreae

Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich ein Image wandeln kann. Während die Käuferinnen und Käufer biologischer Produkte früher oftmals als "Ã-kos" verspottet und in Sandalen und Jutekleidung angetroffen wurden, ist nach und nach die Schicht der so genannten LOHAS entstanden. Hinter diesem Akronym verbirgt sich Lifestyle of Health an Sustainability, was ja auch gleich viel marktwirtschaftlicher klingt als "Ã-ko". Gerade in Deutschland ist diese Gruppe auf dem Vormarsch, wie Bayern 2 berichtet:

Als pragmatisch und kompromissbereit beschreiben Medienwissenschaftler und Trendforscher wie Eike Wenzel daher die neuen grünen Verbraucher. Sie bescherten dem Biomarkt in den vergangenen Jahren einen zweistelligen Umsatzzuwachs – und einen neuen Zukunftsmarkt.

Ein Umsatz von 5,4 Milliarden Euro im letzten Jahr und ein Marktanteil von mittlerweile drei Prozent sorgen dafür, dass die ideologischen Aspekte biologischer Ernährung immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden und der Genuss dominiert. Doch ist auch hier Vorsicht geboten, denn dadurch, dass nun auch Aldi und Co. Biowaren anbieten, bekommt das Ganze gerne mal einen faden Beigeschmack:

Besonders das sogenannte "Greenwashing" ist beliebt: Firmen, die sich einen grünen Anstrich geben ohne den Bio-Gedanken visionär weiterzuverfolgen. Auch Billig-Bio kann zum Problem werden: Lässt der Geschmack bei Bio-Produkten zu wünschen übrig, könnte die genussfreudige Kundschaft die Lust an Bio verlieren.

Wollen wir mal hoffen, dass dieser "worst case" nicht so schnell eintritt.


One comment.

  1. Es ist wie es ist –
    un et kütt wie et kütt!

    Wenn die BLÖD-Zeitung dem Volk einhämmerte, es sei Mode, gesund zu sein, dann würden die Teenies ihren Geburtstag nicht mehr bei McDoof feiern, sondern wieder Bauch ohne Rettungsring tragen und keinen Wodka mehr hinter die Binde kippen.

    Dann würden sie lernen, eine Mango vom Kern zu befreien und die Hälften auszulöffeln, statt die Suppe aus Befindlichkeitsstörungen und biologischen Fehlleistungen auszulöffeln, die sie sich durch gesundheitlichen Raubbau eingebrockt haben.

    BLÖD muß nur mit dem Spaten auf die Kacke hauen – der neue Trend wäre da!

    Hans Kolpak
    Pfoten und Fell

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