
Fast alle Bundesländer haben im Jahr 2007 die Prämiensätze für den Biolandbau gekürzt und damit die Wettbewerbskraft heimischer Betriebe im internationalen Wettbewerb geschwächt. Nachbarländer wie Ã-sterreich, aber auch osteuropäische Länder wie Polen honorieren dagegen die Umweltleistungen ihrer Bio-Betriebe weit besser als alle Bundesländer in Deutschland.
Angesichts zunehmender Knappheit heimischer Bioprodukte fordert bioland von allen Bundesländern Sofortmaßnahmen zur Ausweitung des Biolandbaus. "Die Bundesländer müssen endlich ihre Möglichkeiten ausschöpfen, um die Wettbewerbskraft heimischer Landwirte zu stärken und damit die Chancen der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft in diesem Wachstumsmarkt zu verbessern", so Bioland-Präsident Thomas Dosch. " Hindernisse durch die aktuelle Förderpolitik müssen beseitigt werden", so Dosch.
Bioland fordert von den Ländern außerdem erhöhte Investitionszuschüsse für Maßnahmen zur artgerechten Tierhaltung. "Wer seine Tierhaltung umstellen will, muss in artgerechte und damit teurere Ställe investieren", so Dosch. Die Bundesländer müssen dem Auseinanderdriften von Angebot und Nachfrage im deutschen Biomarkt durch spezifische Maßnahmen entgegen wirken: Mit nur 2,3 Prozent Zuwachs der ökologisch bewirtschafteten Fläche verzeichnete Deutschland 2006 den historischen Tiefststand. Dagegen lag das Marktwachstum im gleichen Zeitraum bei 18 Prozent, die Zahl der registrierten Importeure von Bioprodukten erhöhte sich um 16,8 Prozent.
Wenn es nach Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer geht, sollen die Fördermittel für den Ã-ko-Landbau im kommenden Jahr hingegen sogar noch weiter gekürzt werden – von 16 Millionen in diesem Jahr auf 10 Millionen in 2008. Bei Deutschlandradio steht ein Interview mit Bioland-Präsident Thomas Dosch zum Thema als "Radio on Demand" bereit.