
Nicht nur die armen Schülerlein in Bayern und Baden-Württemberg bekamen letzte Woche das mehr oder weniger gute Jahreszeugnis – auch für Lebensmittel aus biologischem Anbau war am Freitag Zeugnistag. Denn Baden-Württembergs Agrarminister Hauk präsentierte die Ergebnisse des bundesweit einzigartigen "Ã-komonitorings" – ein
Untersuchungsprogramms, das Baden-Württemberg seit fünf Jahren als einziges Bundesland durchführt. Dabei stellten die Untersuchungsergebnisse in allen Untersuchungsbereichen den Produkten aus ökologischer Erzeugung gute Noten aus: Bei Untersuchungen von 1.958 pflanzlichen Lebensmitteln stellte sich heraus, dass etwa 95 Prozent der Stichproben im Handel das Ã-ko-Siegel zu Recht führten. Bei 5,6 Prozent der Ã-ko-Lebensmittel wurden Rückstände von Pflanzenschutzmitteln festgestellt, die auf Grund der Art und Menge der Wirkstoffe auf eine unzulässige Behandlung beziehungsweise eine Vermischung mit konventioneller Ware hinweisen.
Auffällig hohe Beanstandungsquoten wurden bei der Untersuchung von Karotten, Tomaten und Paprika italienischer Herkunft sowie für Zuchtpilze aus den Niederlanden festgestellt. Bei der Untersuchung von Ã-ko-Karotten fiel in den letzten drei Jahren stets italienische Ware auf – insbesondere durch den Nachweis von Herbiziden. "Hier wird offensichtlich konventionelle Ware vermehrt als Ã-ko-Ware vertrieben", schreibt das Ministerium in seiner Pressemitteilung. Italiens Bio-Bauern hingegen wittern betrug, wie die taz heute berichtet: "Merkwürdig hoch" erschienen die ermittelten Werte dem Präsidenten der Italienischen Vereinigung für biologische Landwirtschaft angesichts des engmaschigen Kontrollnetzes.
Weitere Infos und Ergebnisse des Ã-komonitorings gibt's beim Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, BW.