
Der Stempel auf jedem Frühstücksei zeigt, dass Kennzeichnung Wirkung tut: Rund 60% der Verbraucher lassen das Ei mit der 3 – der Ziffer für Käfighaltung – im Regal liegen und greifen zu den tierfreundlicheren Alternativen. Doch die Hälfte aller Eier essen wir in Form verarbeiteter Produkte. Und hier ist die Haltungsform ebenso wenig ausgewiesen wie bei allen anderen tierischen Lebensmitteln. Die Kennzeichnungspflicht ist umso dringlicher, als Minister Horst Seehofer das Verbot der Käfighaltung für Hennen aufgehoben hat.
Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND: "Jeder von uns verzehrt im Mittel 206 Eier im Jahr. Aber nur bei der Hälfte können Verbraucher an einer 3, 2, 1 oder 0 erkennen, aus welcher Haltung das Ei stammt und so eine Entscheidung für mehr Tierschutz treffen. Etwa die gleiche Menge an Eiern wird in Form von verarbeiteten Lebensmitteln konsumiert, auf denen die Haltungsformen nicht angegeben sind. Das muss sich endlich ändern. 60 Prozent der Verbraucher entscheiden sich für Eier aus tiergerechter Haltung, wenn sie die Haltungsform erkennen können."
Wir wollen auf allen tierischen Produkten – vom Milchreis über die Eiernudeln bis zum Tiefkühlhähnchen – erkennen können: Wurde das tier mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen gefüttert? Woher stammt das Tier? Wie wurde es gehalten?
Der BUND ruft mit einer Postkartenaktion dazu auf, Seehofer zur verpflichtenden Kennzeichnung von Tierschutzstandards bei allen tierischen Produkten zu bewegen. Die entsprechenden Kampagnen-Postkarten bietet der Umweltverband kostenlos an.