(Kein?) Happy End: Greenpeace-Magazin künftig nicht mehr bei Lidl

(Kein?) Happy End: Greenpeace-Magazin künftig nicht mehr bei Lidl

Greenpeace hat nun den ungewöhnlichen Zeitschriften-Deal mit dem Discounter Lidl, der in den vergangenen Wochen für einigen Rummel gesorgt hatte, beendet: Ab der nächsten Ausgabe soll das Greenpeace-Magazin nicht mehr bei dem Discounter ausliegen, berichtet Stern TV.

Die Greenpeace Media GmbH verzichtet damit auf Einnahmen von mehreren Hunderttausend Euro je Ausgabe. Denn Lidl hatte bei diesem ungewöhnlichn "Deal" auf das komplizierte Remittenden-System verzichtet und jedes Heft der bereits von 150.000 auf 60.000 gesundgeschrumpften Lidl-Auflage bezahlt, obwohl laut Stern TV "nach Schätzungen von Lidl-Angestellten [...] 80 bis 98 Prozent der Auflage unverkauft in den Müll" wanderten.

Auf einen persönlichen Kommentar möchte ich an dieser Stelle nicht verzichten: Den "Enthüllungsjournalisten" von Stern TV hat die "Greenpeace-Lidl-Affaire" über drei Ausgaben hinweg satte Quoten beschert – und das auf einen bloßen Verdacht hin. Und obwohl keinerlei Zusammenhang zwischen der zugegeben vielleicht nicht gerade glücklichen geschäftsbeziehung der beiden Hauptakteure und dem deutlich verbesserten Abschneiden von Lidl bei den Greenpeace-Pestizid-Tests nachgewiesen konnte, hat sicherlich auch die Integrität von Greenpeace in der öffentlichen Meinung ein paar Beulen abbekommen. Von den finanziellen Einbußen, die das Ende des Zeitschriten-Deals mit sich bringt, ganz abgesehen. Sauberer Journalismus sieht anders aus: Erst recherchieren, dann berichten – nicht – wie im vorliegenden Fall – umgekehrt.


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