Lesetipp (Quickie): "Warum wollt Ihr immer nur billig?"
abgelegt im Archiv Gut leben am 16.04.07
Ein interessantes Artikelchen habe ich bei FAZ.NET gefunden - wobei die zugehörigen Leserkommentare auch recht lesenswert sind. Kurze Inhaltsangabe:Mit romantischen Vorstellungen zog der Journalist und Schriftsteller Ralph Martin 2003 von New York nach Berlin. Nun sitzt er in einer Schnäppchenhölle und schildert in der F.A.Z. die Beobachtungen eines ziemlich entsetzten Amerikaners.
Schon eine interessante Frage, die der Autor da aufwirft: Warum immer billig? Ich kann mich ganz gut daran erinnern, dass ich vor gar nicht allzulanger Zeit - genau wie in dem Beitrag beschrieben - niemals freiwillig einen discounter betreten hätte. Pfuibah, never! Oder Preise vergleichen, eine billigere Alternative suchen - habe ich nie getan. Möbel oder ein Elektrogerät aus zweiter Hand? Wäre nie in Frage gekommen. Heute scharwenzle ich frohgemut durch ALDI und Plus, ersteigere Zeugs bei ebay, das andere nicht mehr haben wollen oder brauchen, vergleiche - natürlich! - die Preise und freue mich, wenn ich was sparen kann.
Aber mal ganz ehrlich: Das alles ist auch fast schon eine Notwendigkeit. Ich zumindest kenne niemanden, der nicht auch zumindest ein bisschen aufs Geld schauen müsste. Oder liegt es daran, dass wir nur das Gefühl haben, uns immer weniger leisten zu können - weil wir immer mehr wollen? Mein Opa hat ja immer gesagt: "Billig kann ich mir nicht leisten." Vielleicht sollte ich dieses geistige Erbe - zumindest ab und zu - auch wieder antreten ...

Tags: Konsum Geiz+ist+geil Kritik
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Kommentar von:
Eike
(30.04.07 11:01 Uhr)
Das vermeintliche Sparen ist meines Erachtens der Versuch sinnlosen Konsum weiter zu treiben auch wenn es eigentlich schon garnicht mehr geht. Das Thema bewegt mich schon länger.. siehe auch hier.. http://www.opensource-weblog.de/50226711/geiz_ist_geil.php
Kommentar von:
barbara
(30.04.07 12:25 Uhr)
"Vermeintliches Sparen" ist treffend formuliert. Ursprünglich hat sparen doch eigentlich etwas mit Verzicht zu tun, glaube ich. Heute geht's eher um "auf nichts verzichten, aber billig". Schönes Beispiel: Ich habe mir letztes Jahr ein Laptop gekauft, weil ich einfach gerne eins haben wollte. Darauf habe ich tatsächlich gespart, also ein paar Monate lang Geld beiseite gelegt. Eine Bekannte hatte kurz danach auch ein neues Laptop - aus einem Handy-Bundle-Angebot für null Euro. Sie bezahlt jetzt zwei Jahre lang jeden Monat zwei Grundgebühren und Mindestumsätze für die Handyverträge, in Summe also viel mehr, als das Laptop gekostet hätte. Sie denkt aber, sie habe ne Menge gespart ;-) Und ja, natürlich hatte sie auch vorher schon ein Handy.
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