
Ein Prosit, ein Prosit – in München ist wieder Wiesn-Zeit. Meine persönliche Begeisterung hält sich zwar in Grenzen, aber angesichts von 500.000 Besuchern bereits am ersten Tag ist das Oktoberfest ja wahrscheinlich auf einen Gast mehr oder weniger nicht angewiesen. Interessiert hätte mich, wie so eine zweieinhalbwöchige Megaveranstaltung mit jeder Menge Licht, Lärm und Fleischigem wohl so in Sachen CO2-Ausstoß zu Buche schlägt – darüber habe ich aber leider nix gefunden. Wohl aber ein paar – wenn auch noch recht verhaltene Ansätze – das Oktoberfest klimafreundlicher zu gestalten.
Da wäre zunächst das Festzelt von Hacker-Pschorr ("Der Himmel der Bayern"), das in diesem Jahr mit 4.500 Energiesparlampen von Osram augestattet worden ist. "18.000 kWh Strom und über 9.000 Kilogramm CO2 – was einem Volumen von rund 5 Millionen Maßkrügen entspricht – spart das Zelt dank der energieeffizienten Beleuchtung ein", verrät die Pressemitteilung. Unter den Münchener Großbrauereien gilt Hacker-Pschorr ohnehin als leuchtendes Vorbild für Engagement in Sachen Umweltschutz: In den letzten 15 Jahren hat die Brauerei ihre Treibhausgasemissionen um sage und schreibe 65% reduziert. Hier kann man sich also guten Gewissens eine Klima-Maß schmecken lassen.
Auch wenn in Bayern das Bier als Grundnahrungsmittel gehandelt wird: Essen muss man ja auch was. Auch da kann der Wiesn-Besucher Gutes finden. Ã-ko-Hendl sind bei der Hühner- und Enten-Braterei Ammer im Angebot. Heckls Rollende Metzgerei bietet feine Fleischspieße, Bratwürste und Steaksemmeln in Ã-ko-Qualität. Bio-Bratwürstl gibt es bei Bernd Ebert und bei der Wurstbraterei Lämmle-Zimmermann. Auch der berühmt-berüchtigte "Schichtl" führt in diesem Jahr erstmals Ã-ko-Schmankerl auf der Speisekarte. Genug Deftiges, jetzt fehlt noch die Nachspeise: Bio-Pfannkuchen in 45 Variationen gibt's beim Schlemmermichl, Bio-Reiberdatschi bei Nicole Aschenwald, Bio-Mandeln, -Erdnüsse und -Kürbiskerne am Mandelstand Wachinger und Bio-Waffeln bei der Waffelbäckerei Kiebl.
Zum Abschluss vielleicht noch eine Runde Auto-Scooter? Bei Heiner Diestel wird Sonnenenergie für den Antrieb genutzt: Ein großes bewegliches Solarsegel neben dem Fahrgeschäft richtet sich nach der Sonne aus. Bei Sonnenschein reicht die aus, um drei der Fahrzeuge sechs Stunden lang umweltfreundlich zu betreiben. Angeregt wurde die Solar-Skooter-Aktion von den Machern der Wissenschaftssendung "Galileo" (Pro7), die gemeinsam mit der Münchner Solarschmiede und BEC-Engineering die Solar-Konstruktion als Teil ihrer Klimaschutzkampagne Co2ntra entwickelt.