
Höchst ungewöhnliche Töne beim heute zu Ende gegangenen Familientreff der Luftfahrtbranche in Le Bourget: Die Flugzeugbauer haben den Klimaschutz für sich entdeckt, vermutlich frei nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung". Denn nach wie vor ist die zivile Luftfahrt trotz zweiprozentigem Anteil am weltweiten Co2-Ausstoß von politischer Einflußnahme und Regularien verschont – doch wer weiß, wie lange noch.
Also hüllt sich die Branche vorsorglich selbst in sanftes Grün: Boeing trumpft mit dem "Dreamliner" 787 auf, der dank Kompositbauweise bis zu 20% weniger Kerosin verbrauchen soll. Airbus überbietet und will die CO2-Emission seiner neuen Flugzeuge bis 2020 um satte 50 Prozent reduzieren.
Ein natürliches Interesse an geringerem Treibstoffverbrauch haben auch die Airlines, allen voran die Billigflieger. Easyjet-Chef Harrison will gar mit einem eigenen Flugzeugmodell den CO2-Ausstoß halbieren: Ein Viertel der Energieeinsparung durch den Einsatz revolutionärer und unverschalter Rotor-Motoren, weitere 15 Prozent mittels Leichtbauweise, zehn Prozent durch eine bessere Kanalisierung der Luftströme. "Keine Star Trek-Technologie", betont Harrison – der Flieger soll in weniger als 10 Jahren abheben.
Auf ein etwas anderes Konzept setzt Air France: Hier "darf" der Passagier selbst für klimanautrales Fliegen bezahlen. Ähnlich wie bei "atmosfair" oder "flygreen" wird ein Aufpreis in Höhe der durch den Flug verursachten Klimabelastung in Umwelt-und Klimaschutzprojekte abgeführt.
Foto: (c) easyJet airline company limited