Wisch und weg: ROBIN WOOD hat „Die Nase voll von Tempo & Co."
abgelegt im Archiv Gut pflegen am 11.02.07
Haaaaa-ptschü! Pünktlich zur Triefnasen-Saison erinnert "Robin Wood" dankenswerter Weise mal wieder an die miese Öko-Bilanz der klassischen Naseputz-Lösung, dem Papiertaschentuch aus dem Supermarkt:
Jährlich mehrere Milliarden Päckchen mit je zehn Taschentüchern kaufen die Kunden hierzulande. Der ganz überwiegende Teil ist aus frischem Zellstoff hergestellt, für den Bäume gefällt werden müssen. Verarbeitet zu Taschentüchern wird dieser wertvolle Rohstoff -- einmal genutzt und weggeworfen -- dem Kreislauf entzogen.
Keine wirklich neue Erkenntnis? Mag schon sein, aber der Mensch vergisst ja so schnell. Zumal neuerdings auch vielerorts die Alternative aus den Regalen verschwunden ist: Recyclingtüchlein mit dem "blauen Engel"seien fast nur noch in Bio-Läden und bei Ökoversendern zu finden. Also auf den inneren Schweinehund hören und einfach zu den überall erhältlichen Marken greifen? Zumal diese ja ohnehin viel flauschiger und damit nasenfreundlicher sind? Moment mal: "Extra-flauschig" ist auch extra un-öko, befindet Robin Wood:Mit Faseruntersuchungen hat ROBIN WOOD zudem nachgewiesen, dass Hygiene-Papier-Produkte bis zu 60 Prozent aus Eukalyptus-Zellstoff bestehen, denn Eukalyptusfasern machen die Produkte besonders flauschig. Am Beispiel "Tempo" kann man die Folgen erkennen. Der international agierende Konzern Procter&Gamble kauft den Zellstoff für seine Tempo-Taschentücher in Brasilien. Wo es früher eine vielfältig genutzte Landschaft gab und auch atlantischer Küstenregenwald wuchs, erstrecken sich jetzt Eukalyptus-Monokulturen bis zum Horizont. Der ansässige Zellstoff-Konzern Aracruz hat die indianische Urbevölkerung von ihrem Land verdrängt und schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. Anwohner klagen darüber, dass Flüsse und Brunnen austrocknen, seitdem es die Eukalyptus-Pflanzen in ihrer Nachbarschaft gibt.
Also doch wieder auf die Suche machen nach den leicht gräulichen, umweltfreundlicheren Tropfenfängern. Wer samstags beim Wochenend-Einkauf mal ein bisschen mehr Zeit hat, kann ja im Supermarkt seines Vertrauens nachfragen, warum es die nicht mehr gibt - Nachfrage bestimmt bekanntlich das Angebot. Und wer es edler mag, kann auch auf das gute, alte Stofftaschentuch zurückgreifen. Zum Beispiel auf das oben abgebildete superedle Stückchen Bastist, das bei Manufaktum zu haben ist. Das kann übrigens auch in der Hosentasche vergessen und einfach mitgewaschen werden, ohne die ganze Wäsche vollzufusseln.

Tags: Tempo Eukalyptus+Zellstoff Schnupfen Taschentuch Robin+Wood Recycling Manufaktum
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